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Einführung

Ich gehöre zu den Menschen, die gern etwas hinausschieben. Ja, mir fallen spontan immer gleich mehrere Gründe ein, warum es besser wäre, dieses zu vertagen, jenes zurückzustellen oder anderes ganz und gar auf Eis zu legen. Aber heute? Ich glaube heute ist ein Tag, um eine Ausnahme zuzulassen. Heute ist ein Tag, sich zu erinnern. Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, ein anderer Tag irgendwann in der Zukunft wäre besser dazu geeignet. Ein mehr hilfloser Vorwand, sich noch eine Weile von der Erinnerung fern zu halten, wäre die Behauptung, im Kopf „leer" zu sein. Dieser Zustand ist mir immerhin nicht fremd. Zu meiner Zeit als Journalist saß ich so manche Nacht in der Redaktion vor einem leeren Blatt Papier, das ich zuvor in übertriebener Langsamkeit in eine altmodische Schreibmaschine gespannt hatte. Erst mal eine Zigarette, war dann der rettende Gedanke. Und war der Kopf erst so richtig vom Rauch umhüllt, kam interessanterweise auch recht bald die rettende Idee für den ersten Satz.
Heute brauche ich keinen Rauch, der mich umhüllt. Die Erinnerung selbst ist mir Antriebsfeder genug. Schreibend lasse ich mein Leben an mir vorbeiziehen und habe so die Gelegenheit, an Stationen anzuhalten, einzutauchen in Szenen, für die ich große Dankbarkeit empfinde. So gesehen sind diese Zeilen nicht in erster Linie für den Leser geschrieben, sondern insbesondere für mich selbst. Sei es also drum: Wenn Sie aber, verehrter Leser, unbedingt dabei sein möchten bei diesem Ein- und Untertauchen in Szenen meiner Vergangenheit, so sind Sie natürlich herzlich eingeladen.

...und meine Erinnerungen